27. Oktober 2014

Eulenliebe trifft Strickwahn - Mütze für das Tochterkind

Mir ist aufgefallen, das ich hier bisher nur Rezepte gepostet habe. Aber das hier ist ja eigentlich kein Koch- bzw. Backblog und irgendwie kommt das Gefühl auf, das ich nur noch in der Küche stehe, koche, backe, esse und meine Familie mäste. Ok, so ganz abwegig ist das nicht, denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Aber eine gesunde Fettschicht alleine schützt nicht vor der Kälte im Winter, und der steht vor der Tür. Immerhin hat es diese Woche den ersten Schnee gegeben ...

Zur Zeit bin ich total im Strickfieber! Es gibt ja auch nichts schöneres, als sich gemütlich auf die Couch zu kuscheln mit einer Tasse heißen Tee und dem Strickzeug. Wer mich kennt, weiß, ich habe einen totalen Eulentick. Ich liebe Eulen in jedweder Form ... sie sitzen hier in der Deko, zieren Kissen und T-Shirts und ... seit diesem Jahr ... auch meinen linken Oberarm. Mit diesem "Fimmel" habe ich auch schon das Tochterkind angesteckt. Wo auch immer sie eine Eule sieht wird sofort Meldung gemacht. Darum liegt im Kinderzimmer ein Eulenteppich, sitzen Plüscheulen im Bett und wurde kürzlich eine Eule "geloomt".



Jetzt haben sich Mamas Strickwahn und die Eulenliebe verbunden und der Kopf des Tochterkinds ist für den kommenden Winter gerüstet. 

Die süße Mütze ist ohne echte Anleitung entstanden und wird vom Kind heiß und innig geliebt. Ganz ehrlich, ein bisschen neidisch bin ich schon auf diese coole Mütze.



Ein bisschen erschrocken bin ich immer, wenn ich Fotos vom Tochterkind sehe. Was ist sie groß geworden, sie wirkt manchmal schon sooo erwachsen ... dabei ist sie erst 8 ... ok, fast 9 ... aber trotzdem, mir kommt es vor als hätte ich sie erst gestern zum ersten Mal in meinen Armen gehalten ... Ok, jetzt werde ich sentimental, das heb ich mir für ihren Geburtstag auf. 

Macht's fein!




25. Oktober 2014

Essen für die Seele - Linseneintopf

Kennt ihr diese grauen, trüben Herbsttage? An denen man am liebsten im Bett bleiben möchte? Oder sich zumindest in Jogginghosen, Kuschelsocken und einer Deck auf der Couch einigeln will?

Diese Woche hatte davon ja reichlich und darum habe ich einen großen, wirklich großen Kübel Eintopf gekocht. Denn was gibt es an diesen Tagen besseres als eine große Schüssel heiße Suppe bzw. Eintopf.



Ich habe mich für Linseneintopf entschieden, denn den essen wir alle gerne und die Zutaten hatte ich auch gerade im Haus. Außerdem sind Linsen gesund: sie enthalten viel Eiweiß und Kohlenhydrate, aber wenig Fett. Sie sind reich an Ballaststoffen und machen deshalb richtig satt. Und die enthaltenen B-Vitamine sind gut für Nerven und Hirn.

Da ich Eintöpfe immer mehr nach Gefühl, denn nach Rezept koche, gibt es für meinen Linseneintopf auch kein solches. Aber ich habe mir mal die Mühe gemacht, darauf zu achten was ich alles in welchen ungefähren Mengen verwende.




Linseneintopf

Zutaten:
ca. 200 g feine Linsen oder Tellerlinsen
2 Möhren
3 mittlere Kartoffeln
1 Zwiebel
1 Handvoll getrocknetes Suppengrün
etwa 150 g Kassler
4 Mettenden oder Knacker

6 El Mehl

Salz, Pfeffer, Zucker, Essig

Zubereitung:

Zwiebel und Kassler in Würfel schneiden und in einem großen Topf in etwas Öl anbraten. Die ebenfalls gewürfelten Möhren und Kartoffeln sowie die Linsen zugeben und kurz mit anschwitzen.

Mit etwa 1,5 Liter Wasser aufgießen und das Suppengrün zugeben. Die Knacker rautenförmig einschneiden und mit in den Topf geben. Alles Kochen bis die Linsen weich sind, aber noch biss haben.

Aus 6 El Mehl eine "Einbrenne" herstellen. Das heißt das man Mehl in einer heißen Pfanne ohne Fett braun werden lässt. (Dauert etwas und riecht etwas streng) Das gebräunte Mehl dann durch ein feines Sieb in den Eintopf geben und gut umrühren. Noch einmal ordentlich aufkochen lassen.

Jetzt nur noch mit Salz, Pfeffer, Zucker und etwas Kräuteressig süß-sauer abschmecken.



20. Oktober 2014

Erzgebirgische "Klitscher" - oder die regionale Version der Karoffelpuffer

Sind wir mal ganz ehrlich, Herbstzeit ist Kartoffelzeit! Ich kann mich noch daran erinnern, das wir damals als "Jungpioniere" mit zur Kartoffellese mussten ... vorzugsweise in den Herbstferien! Schlagt das heute mal euren Kindern vor. Auch ich war, ehrlich gesagt, nicht gerade begeistert davon, und habe mich meist auch erfolgreich gedrückt. Dafür musste ich dann im Wald in der Schonung die Spitzen der kleinen Fichten mit Wolle umwickeln, damit das Wild im Winter sie nicht abfrisst. Aber das ist eine andere Geschichte!



Jedenfalls ist unsere regionale, erzgebirgische Küche sehr Kartoffellastig. Vermutlich könnten wir uns eine Woche lang nur von Kartoffeln ernähren und würden nie das gleiche zweimal essen. Aber darauf würde ich es nicht ankommen lassen.

Aber was das Töchterlein und ich sehr gerne essen: Klitscher oder auch Latschen genannt! Für die "Ausländer", dabei handelt es sich um nichts anderes wie Kartoffelpuffer, die hier (wie das so üblich ist) jede Familie anders macht.




Ich mache sie immer so:

Erzgebirgische Leinölklitscher - auch Latschen genannt

für 4 Personen

Zutaten:
10 - 12 mittlere Kartoffeln
250 g (Kräuter)Quark
1 große Zwiebel
1 Esslöffel (Kartoffel)Mehl
1 Ei
Kümmel, Salz je nach Geschmack




Zubereitung:
Die rohen Kartoffeln schälen und reiben, die Zwiebel in kleine Würfel schneiden. Quark, Mehl, Kümmel, Salz und Ei dazugeben und alles zu einem Teig verrühren.
Reichlich Leinöl (es geht aber auch jedes andere gute Öl. Ich verwende meist Olivenöl, da ich Leinöl nicht mag) in einer Pfanne erhitzen, den Teig löffelweise hineingeben und auf beiden Seiten knusprig braun braten.

Die fertigen Klitscher mit Apfelmus, Zucker oder Heidelbeeren garnieren.




Hier noch ein Tipp:
Früher wurden die Klitscher in einer gusseisernen Pfanne gebacken, die nie ausgewaschen wurde. Das alte Öl wurde somit immer wieder verwendet. Dies sollte man jedoch vermeiden, weil Leinöl einen hohen Anteil an wertvoller ungesättigter Fettsäure enthält, und deshalb nicht mehrfach (aufgrund der Bildung von Oxydationsprodukten) zum Braten verwendet werden sollte. Deshalb immer die Pfanne nach jedem Backen reinigen, die alten, unverbackenen Ölrückstände kann man im Haus noch zur Holzimprägnierung verwenden. Das ist übrigens das einzige was ich mit Leinöl mache, da ich wie gesagt, den Geschmack nicht mag.

Viel Spass beim nachkochen und lasst es euch schmecken!