30. April 2013

Kirschroter Sommer - Buchempfehlung

Da ich ja in meiner Bewegungsfähigkeit etwas eingeschränkt bin und mich bzw. mein Knie schonen soll, bleibt mir meist nich viel anderes übrig, als mich auf die Couch zu setzen, das Bein hochzulegen und zu lesen. In den letzten Tagen habe ich so einige Bücher durchgelesen: von Erotik, über Fantasie und Thriller hin zu Liebesgeschichten. Und genau diese hat mich so gefangen genommen, das ich das Buch gar nicht aus der Hand legen konnte und es in einem Rutsch durgelesen habe.

Der eine oder andere kennt "Kirschroter Sommer" von Carina Bartsch vielleicht schon als E-Book. Ich bin erst darauf gestoßen, als es als "echtes" Buch im Handel lag.


Würdest du deiner ersten Liebe eine zweite Chance geben? Die erste Liebe vergisst man nicht. Niemand weiß das besser als Emely. Nach sieben Jahren trifft sie wieder auf Elyas, den Mann mit den leuchtend türkisgrünen Augen. Der Bruder ihrer besten Freundin hat ihr Leben schon einmal komplett durcheinander gebracht, und die Verletzung sitzt immer noch tief. Emely hasst ihn, aus tiefstem Herzen. Viel lieber lenkt sie ihre Aufmerksamkeit auf den anonymen E-Mail-Schreiber Luca, der mit seinen sensiblen und romantischen Nachrichten ihr Herz berührt. Aber kann man sich wirklich in einen Unbekannten verlieben? (Klappentext)

Wie gesagt, war ich von der ersten Seite an das Buch gefesselt. Nicht nur das es sich ausnahmslos um tolle Charaktere handelt, bei denen man das Gefühl hat, sie schon ewig zu kennen, denn sie sind so normal. Mit ganz normalen Problemen, Ängsten, Gefühlen und Zweifeln. Vorallem Emely hat es mir von Anfang an angetan. Erinnert sich mich doch oft ein bisschen an mich selbst in dem Alter. Ich war bin fast genauso tolpatschig, ich ziehe ungewohnte Komplimente genauso gerne ins Lächerliche und, mal so ganz nebenbei ziehe ich auch Johnny Depp vor.

Selten habe ich so viel gelacht wie bei diesem Buch. Denn vor allem der Schlagabtausch zwischen Emely und Elyas sind einfach eins der Highlights dieses Buches.

Die Geschichte ist eine einzige Achterbahnfahrt der Gefühle. Anfangs war ich durchaus mit Emely einer Meinung, das Elyas es verdient hat, von ihr immer wieder die kalte Schulter gezeigt zu bekommen und das sie meist nicht gerade nett zu ihm ist. Aber die Hartnäckigkeit von Elyas hat mich auch ein bischen beeindruckt. Irgendwann, im Laufe des Buches hatte ich meine Meinung allerdings geändert und ich schlug mich auf die Seite von Elyas und hätte Emely am liebsten geschüttelt um ihr klar zu machen, das die beiden doch für einander bestimmt sind. Dieses Hin und Her, die vielen prickelnden Situationen, in denen hätte so viel passieren könne, aber durch einen dummen Zufall dann doch nichts daraus wurde haben mich echt fertig gemacht. Auch habe ich so eine leichte Vermutung, was es mit dem geheimnissvollen Luca auf sich hat ...

Lange Rede, kurzer Sinn: ich bin der Geschichte um die Liebe von Emely und Elyas total verfallen und habe mir, nachdem ich "Kirschroter Sommer" zu ende gelesen hatte den zweiten Teil "Türkisgrüner Winter" auf mein Handy geholt, denn ich konnte es einfach nicht erwarten zu erfahren wie die Geschichte weiter geht.

♥lichst



24. April 2013

Krötenliebe

Heute nehme ich euch mit auf einen kleinen Ausflug zu unserem Teich. Die gut 100 Meter kann ich zur Zeit gerade so laufen, denn ich habe mir letze Woche bei einem Sturz die Bänder im Knie gezerrt und das ist echt schmerzhaft. So sitze ich jetzt schon fast eine ganze Woche nahezu untätig herum, währen es im Garten eigentlich genug zu tun gäbe.

Aber zurück zum Teich! Hier kann man, wie jedes Jahr, die Paarung der Erdkröten beobachten. Dabei geht es meist ganz schön hoch her und ich bin echt froh, das die Kröten nicht so laut quacken können, wie die Laubfröche, da ihnen die Schallblasen fehlen.


Bereits letze Woche haben sich die Kröten auf Wanderschaft begeben und ich musste auf dem Heimweg nach der Spätschicht slalom fahren. Ist ja ecklig, wenn man die plattgefahrenen, von der Sonne getrockneten Kröten von der Straße räumen muss. Aber so ganz ohne Verluste ging es auch dieses Jahr nicht ab. Daran sind die Kröten durch ihr Verhalten nicht ganz unschuldig, denn bei Gefahr erstarren sie und nehmen eine art Schreckstellung ein, was das Auto jetzt aber wenig beeindruckt. Außerdem sind die Kröten sehr langsam unterwegs, denn sie hüpfen nur selten, sonder kriechen eher gemächlich über die Straße. Oft legen sie eine kleine Pause ein und wärmen sich auf dem meist wärmeren Asphalt auf.



Dabei haben es die Krötenfrauen am schlechtesten getroffen. Denn treffen sie auf ihrer Wanderung auf einen Krötenmann, so springt dieser kurzerhand auf den Rücken der Dame, klammert sich fest und lässt sich dann ganz gemütlich zum Laichgewässer tragen. Ich habe sogar schon gesehen, das eine arme Krötenfrau gleich zwei bis drei Krötenherren auf ihrem Rücken mit schleppen musste. Also, da bin ich dann doch froh, keine Erdkröte zu sein.

Nicht jedes Männchen findet auch ein Weibchen mit dem es sich paaren kann. Weibchen sind nämlich stark untervertreten, da ein Erdkrötenweibchen nicht jedes Jahr ablaicht. So hat es oft 3 bis 8 mal mehr Männchen als Weibchen. Die sehr paarungslustigen Männchen klammern sich an alles, das nach Weibchen aussieht, sei es auch nur ein Stück Holz. Der Irrtum wird dann aber doch entdeckt. Will ein Männchen auf ein Tier gleichen Geschlechts aufsitzen, stösst dieses einen Befreiungsruf aus, um auf den Irrtum aufmerksam zu machen. Dieser Ruf ist etwas schneller und häufiger zu hören als der eigentliche Paarungsruf. Manchmal wird auch ein Weibchen von mehreren Männchen umklammert, die um die Gunst des Weibchens buhlen. Dies kann für das Weibchen tödlich enden, wenn es durch die schwere Last zu lange unter Wasser gedrückt wird. Hat ein Männchen ein Weibchen ergattert, so klammert sich dieses mit seinen Vorderarmen in der Achselgegend seiner Partnerin fest (Amplexus). Konkurrenten werden dann mit festen Fusstritten auf Distanz gehalten.


Wegen ihrer Laichplatztreue laichen die Erdkröten stets in ausdauernden Gewässern, die meist tiefer als 50 cm sind und mit Vorteil Röhricht aufweisen. Um diese Pflanzen oder an Ästen im Wasser spannen sie ihre Laichschnüre. Diese können mehrere Meter lang sein und enthalten zwischen 1000 und 3000 Eier, die in zwei bis vier Reihen angeordnet sind. Das Weibchen presst die Laichschnur in mehreren Schüben aus seiner Kloake, worauf sie das Männchen umgehend besamt indem es mit seinen Hinterbeinen einen Trichter formt und das Sperma darauf spritzt. Das Männchen wird vom Weibchen dazu stimuliert, indem dieses ein Hohlkreuz formt und wellenförmige Muskelkontraktionen ausübt. Das Paar wechselt dazwischen jeweils seinen Standort, so dass die Schnüre gut gespannt werden. Das gesamte Ablaichen kann 6 bis 12 Stunden dauern.


Die befruchteten Eier entwickeln sich nach ungefähr einer Woche zu Kaulquappen. Erst bleiben sie noch an die Eier gebunden, nach ca. 10 Tagen schwimmen die fast schwarzen Quappen frei herum. Dabei ist ein deutliches Schwarmverhalten festzustellen. Die Larven blieben dicht beisammen und stossen bei Feindkontakt einen Schreckstoff aus, der den Angreifer fernhalten soll und die anderen Kaulquappen zur Flucht veranlasst. Daher erträgt die Erdkröte auch Teiche mit gewissem Fischbesatz. Ende Juni verlassen die nur knapp 1 cm messenden Krötchen oft massenweise das Wasser. Die Abwanderung wird durch Regen gestützt und kann auch am Tag erfolgen. Oft wird im Volksmund wegen dem zahlreichen Aufkommen von jungen Kröten auch von einem Froschregen gesprochen. Die Jungkrötchen wandern dann in die Sommerlebensräume ab und nehmen bereits nach wenigen Wochen die nächtlichen Verhaltensweisen ihrer Eltern an. Nach 3-5 Jahren sind sie geschlechtsreif und erreichen ein Alter von maximal 10-12 Jahren. In Gefangenschaft wurde eine Erdkröte 36 Jahre alt. (Quelle: http://www.froschnetz.ch/arten/erdkroete.htm)


Vor einigen Jahre habe ich, um dem Töcherlein zu zeigen, wie sich aus einer Kaulquappe ein Froch entwickelt, einige Kaulquappen aus dem Teich geholt und in einem alten Aquarium auf der Terasse gehalten. Wir haben sie mit Fischfutter und Brötchen gefüttert. Als sich langsam die Beinchen gebildet haben, wurde ein große Wurzel in das Aquarium gelegt, auf der die kleinen Frösche ... ah ... Kröten dann das Becken verlassen konnten. Es war echt interessant, zu sehen wie sich langsam an den kleinen, schwarzen Kugeln Beinchen und Ärmchen bilden und aus einer Quappe eine kleine Kröte wird. Übrigens saßen im drauf folgenden Jahr einige Kröten auf unserer Terasse und haben das Becken gesucht. Doch auch diese haben den Teich dann doch noch gefunden.


Ich hoffe, dass aus dem Froschlaich wieder viele, viele Kaulquappen werden und daraus viele, viele kleine Kröten. Den Erdkröten sind nützlich: sie fressen nämlich Gliederfüssler, Regenwürmer und Nacktschnecken - und von letzteren haben wir reichlich.

Jetzt hoffen wir alle, das unsere Gartenkröten gesund und munter wieder hier ankommen und nich beim Liebesspiel ertrunken sind oder gar noch auf dem Rückweg überfahren werden.

♥lichst

10. April 2013

Orchideen-Liebe

Vor einiger Zeit habe ich beim Bluemgiesen festgestellt, das mein gut 13 Jahre alter Frauenschuh nach etwa 2 Jahren Pause wieder eine Blüte hervor gebracht hat. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich darüber gefreut habe. Immerhin war das meine erste Orchiedee. Sie war nicht ganz billig, und meine Mutter war wenig begeistert davon: "Was willst du denn damit? Die bringst du nie wieder zum blühen!" Sie sollte unrecht haben. Denn der Frauenschuh beglückte mich über viele Jahre, jedes Jahr im Frühling, mit einer neuen Blüte. Nur in den letzten Jahren war er etwas blühfaul. Keine Ahnung warum, vielleicht weil sich inzwischen bei mir eine ganze Menge weitere Orchideen eingefunden haben.


Ich habe mal nachgezählt. Im Moment habe ich ganze 12 Stück in der Wohung verteilt. Natürlich blühen nicht alle gleichzeitig, aber zwei bis drei stehen immer in voller Blüte. Orchideen sind überraschend pflegeleicht und die Vielfalt an Arten, Formen und Farben ist überwältigend. Keine andere Pflanzenfamilie hat ein solches Spektrum, was Formen und Farben der Blüten anbelangt. Die Größe der Blüten variiert von einigen Millimetern bis zu 20 Zentimetern und mehr pro Blüte. Das Farbspektrum reicht dabei von zartem Weiß über Grün- und Blautöne bis zu kräftigen Rot- und Gelbtönen. Viele der Orchideenblüten sind mehrfarbig. Kein wunder also, das bei einigen eine wahre Sammelleidenschaft ausbricht.


Trotz ihrer großen Vielfalt werden nur wenige Orchideenarten als kultivierte Nutzpflanze verwendet. Dazu zählt die Gewürzvanille zur Gewürzproduktion. Einige Arten werden auch zur Aromatisierung/Bereitung von Tee oder auch als Parfümierungsmittel für Parfüm und Tabak genutzt.


Ich werde immer wieder gefragt, wie ich meine Orchideen pflege und muss dann meistens gestehen, das ich sie eher Stiefmütterlich behandle. Aber scheinbar ist genau das der richtige Weg. Orchideen mögen nämlich keine feuchten Füße und sind mit wenig Wasser zufrieden. Früher habe ich meine Orchideen einmal die Woche in ein Tauchbad gestellt. Aber bei der Menge, die ich inzwischen habe, ist mir das ganz ehrlich viel zu viel Arbeit und so werden meine, meist einmal in der Woche, mit etwas abgestandenem Mineralwasser gegossen. Dabei reicht meist die Menge eines Schnappsglases pro Pflanze aus. Vorher mache ich immer den "Fingertest" ob das Substat komplett trocken ist oder nicht. Sollte es noch etwas feucht sein, gibt es keine Wasser.


Ist eine Orchidee abgeblüht, zieht sie aus dem meist warmen Wohnzimmer aus und wird im etwas kühlerem Schlafzimmer deponiert. Dann warte ich eine weile, ob sich vielleicht noch Seitentriebe mit neuen Blüten an der Rispe bilden. Wird die Spitze braun und trocken, schneide ich die Rispe über einem Auge ab. Das mache ich aber meist auch erst, wenn eindeutig klar ist, das es keine weiteren Seitentriebe geben wird. Beim schneiden unbedingt ein scharfes Schneidewerkzeug benutzen, sonst wird der Stengel unnötig gequetscht.


Ach so, Orchideen mögen es gern hell, aber direkte Sonneneinstrahlung solltet ihr nach möglichkeit genauso meiden, wie zu viel Schatten. Außerdem solltet ihr regelmäßig lüften und bei einigen Arten auch hin und wieder mal die Blätter mit Wasser bestäuben. Bei den Phaleonopsis könnt ihr euch da aber sparen. Die gedeihen auch bei geringer Luftfeuchtigkeit.


Übrigens dünge ich meine Orchiedeen so gut wie nie. Wenn doch, dann nehme ich ganz normalen Blühpflanzendünger und auch nur im Sommer.


Ihr seht, die Haltung von Orchideen ist gar nicht so schwer, denn hier ist weniger mehr und je Stiefmütterlicher ihr sie behandelt, umso schöner blühen sie. Also genau das richtige für mich, denn bei Zimmerpflanzen habe ich nicht unbedingt den "grünen Daumen".

Mögt ihr Orchideen auch so gern, oder sind sie eher nicht so euer Ding?
♥lichst